Sonntag, 14. Dezember 2014

Back from the underground, back for more.

Nein, ich habe diesen Blog nicht vergessen. Fast jeden verdammten Tag denke ich daran.
Unter meinen Entwürfen stapeln sich die Einträge, die Fotos sind vorsorglich alle schon eingebunden worden. Material ist also da. Doch irgendwie kann ich mich nicht dazu bringen, endlich etwas zu schreiben.
Die letzten Monate sind die reinste Achterbahn gewesen. Zumindest gefühlsmäßig.
Und irgendwie auch nicht.

Schon während sich meine Ausbildung dem Ende näherte, hatte ich Bedenken, wie es mir danach gehen würde. Vielleicht irgendwie selbsterfüllende Prophezeiung. Vielleicht kenne ich mich aber auch einfach zu gut. Auch meiner Psychiaterin gegenüber äußerte ich diese Sorgen, aber sie gab mir den Rat, einfach erstmal nur meinen Abschluss anzupeilen. Schon richtig. Das hielt mich weiter davon ab, mir neben den ganzen Klausuren, nicht auch noch einen Kopf darum zu machen.
Nach dem Abschluss machte ich eine Pause. Ich fand, dass ich das irgendwie verdient hatte. Kurz darauf, meldete ich mich bei einer Jobvermittlung. hatte einige Vorstellungsgespräche, die sich jedoch als weniger fruchtbar herausstellten. Vor allem von meiner Seite. Mir ist nicht danach, ältere Damen und Herren am Telefon zu belästigen. Bei einer Arbeitsstelle sollte man sich von Anfang an wohlfühlen. Nicht nur, wenn es um Arbeitgeber, Kollegen, sondern vor allem um die Beschäftigung an sich geht. Bei einer Firma fühlte ich mich derartig wohl, doch leider fand man für die Aufgabe spezifisch qualifiziertere Arbeiter. Naja, gut. Also weiter.

Kurz danach begann ich bei einem Callcenter zu arbeiten. Moment mal.
War schon ganz cool da. Einarbeitung war sehr kurz, aber das Thema war auch nicht unausschöpflich. Die Leute waren sehr nett und verständnisvoll und am Telefon ging es rein um Beratung. Nichts verkaufen, nichts aufzwingen. Die Leute riefen bei mir an, um sich beraten zu lassen.
Trotzdem war die Belastung irgendwie zu groß. Ich habe sehr schnell Panik davor, etwas falsch zu machen. Man wollte mir die Panik nehmen, aber leider gestaltete sich alle anders, als ich es wollte.
Seit knapp einem Jahr (vielleicht sogar länger), habe ich während meiner PMS-Phase immer wieder Probleme mit Stimmungsschwankungen. Mit der Zeit wurde es immer schlimmer, bis es zu dem Zeitpunkt der Arbeit im Callcenter unerträglich wurde.
Heulkrämpfe und Müdigkeit hielten mich zu Hause fest, bis ich solche Panik verspürte, dass ich für einige Tage zu meiner Mutter flüchten musste.
Das waren nicht die einzigen Folgen meines nervlichen Zusammenbruchs. Ich bekam noch weniger als vorher auf die Reihe. Während der Ausbildung hatte ich es wenigstens einigermaßen hinbekommen, zur Schule zu gehen, auch wenn meine Fehlzeiten sich häuften.
Den Vertrag, die Kündigung, Krankschreibungen, ein Termin beim JobCenter... alles schob ich vor mich hin, vergaß es, wollte es vergessen, mich einfach nur vergraben, verschwinden und nie wieder auftauchen. Ich lag einfach nur im Bett und schlief. Wenn möglich, den ganzen Tag.
Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem man sich bewegen muss. Spätestens dann, wenn einem böse Briefe ins Haus fliegen.
Ich nahm eine noch größere Dosis meines Medikaments, aber auch das half nichts. Meine Ärztin verschrieb mir ein Anderes. Es dauerte eine Weile und die körperlichen Nebenwirkungen waren zeitweise recht unangenehm, aber mittlerweile hat es sich soweit eingepegelt.

Ich bin auf dem Weg der Besserung und versuche, kleine Schritte zu machen. Und langsam fühle ich mich wieder etwas sicherer. ♥

Soweit zu einem der Gründe, die mich vom Schreiben abgehalten haben.
Vor ca 2-3 Wochen dann der Super-GAU. Externe Festplatte kaputt. Musik und Bilder weg.
Kurz danach funktionierte auch mein Handy nicht mehr.
Ich muss sagen, dass mir die Fotos meines Katers wohl am wichtigsten waren, hahaha.
Doch Dank Mutti, die mir nicht nur Geld für eine neue Platte auslegte, sondern sich auch daran beteiligte, um mir eine größere zu kaufen, und dem Mitbewohner Mikos, der meine Daten wieder zurück ins Leben holte, habe ich alles (soweit ich den Überblick habe) wieder. Danke euch! ♥

Gerade bin ich noch dabei, alles zu organisieren und auszusortieren, da auch alte, längst gelöschte Dateien bei der Wiederherstellung aufgetaucht sind. Aber noch ein paar Tage und auch meine Bilder müssten wieder ihre Ordnung haben.
Zwei weitere gute Nachrichten sind, dass ich meine Kamera und meine Kaution (die mir das JobCenter damals nur geliehen hatte) endlich abgezahlt habe. Könnte ein wenig mehr Geld im Monat bedeuten, wenn ich es nicht für eine größere Investition zur Seite legen würde, hahaha.
Und da ist ja auch noch das Handy.

Langsam, ganz langsam, wird alles wieder besser und ich fasse neuen Mut und fühle mich ein wenig inspirierter, Dinge in die Hand zu nehmen, als ich es die letzten Jahre getan habe. ♥


PS: Wer weiß, woher der Titel dieses Eintrags kommt, darf sich einen Keks nehmen. ♥

Kommentare:

  1. Ich fühle ganz, ganz arg mit dir! Ich schlage mich auch immer und immer wieder mit diesen Problemen rum und es ist irgendwie "schön" zu lesen, dass man nicht alleine ist und noch schöner natürlich, dass es wieder bergauf geht bei dir <3

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    1. Ja, das geht mir ähnlich. Auch wenn man natürlich mit der anderen Person mitfühlt, hat man nicht das Gefühl, man wäre irgendwie gestört und irreparabel. <3

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