Dienstag, 16. September 2014

Woodstock.

Woodstock wäre so cool gewesen. Wenn es mir besser gegangen wäre.

Schon circa 2-3 Wochen davor, befiel mich eine Phase, in der ich absolut keine Menschen um mich haben wollte. Einkaufen war schon zu viel. Es ging nicht mal um Blicke, die einem so zugeworfen werden. Einfach Menschen. Vor allem Menschen, die einem zu nahe kommen.
(Vor allem liebe ich die, die einem an der Kasse in den Nacken atmen.)

Trotzdem habe ich mich gefreut. Freunde um mich herum. Raus aus der Stadt. Und gut vorbereitet war ich auch: Ohropax, Klopapier, Desinfektionsspray- und Handgel, Pflaster, Trockenshampoo, Geld, Essen en mass, Festival taugliche Springerstiefel aus Gummi, Shirts und kurze Hosen, UV-Schutz, etc. Die Liste ist noch länger. Ich hätte von dem ganzen Kram echt mal ein Foto machen sollen, hahaha.

Hin kommt man mit einem Wochenendticket, das einen nur bis knapp um die 6€ kosten kann, wenn man zu fünft fährt. Angekommen kann man für 3 Zloty einen Bus nehmen, der einen zum Festival fährt. Ab hier ist es dann nur noch ein kurzer Marsch durch Leute, während man selbst vollgepackt ist wie ein Esel, und über Stock und Stein. Freunde von uns waren schon früher da und wir konnten uns gerade noch so mit unserem Zelt dazwischen quetschen.

Leider habe ich nicht allzu viele Fotos gemacht.

Nach dem Zeltaufbau. Erstmal ein Foto.

Ich mag polnisches Geld. Irgendwie süß, hahaha. ♥

Ich weiß jetzt gar nicht mehr genau, wie viel ich für die Aufnäher bezahlt habe. Soweit ich erinnere, waren es 5 Zloty pro Stück, was ca. 1,20€ sind. Ziemlich cool, wenn man bedenkt, dass man in Deutschland für ein Patch manchmal schon 5€ bezahlt.

Und als Sammlerin von Beuteln, musste ich den hier auch mitnehmen. Den genauen Preis habe ich nicht mehr im Kopf. So ca. 14/15 Zloty, glaube ich.

Es gibt noch viele andere Stände. Euro sollte man vorher schon wechseln. Wir hatten Glück und der Besitzer eines Standes war so nett, mir und einer Freundin je 20€ zu wechseln.
Essen gibt es auch hier. Meist jedoch nur Fleischgerichte. Wer darauf keinen Bock hat, kann sich auch beim Woodstock internen Lidl anstellen. Die hatten auch super Tüten.



Eine Möglichkeit, um Handys etc. aufzuladen gibt es auch. Nur die Toiletten sind... gewöhnungsbedürftig. Ich habe irgendwann nur noch den Wald benutzt, hahaha.


Natur gab's auch.

Und Iglus.

Und einen Bierbaum.

Eine Biertanne.

Das Radler von Lech war gut. Und die Mischung mit Syrup übrigens auch. Sollte man mal probiert haben.
Ungeil fand ich, von jemandem begrapscht zu werden. Und ja, ich kenne den Unterschied zwischen "aus Versehen im Vorbeigehen die Hand an den Hintern geschwungen" und einem "ich versuche dir mal zwei Finger in die Vagina zu stecken".
Leider habe ich zu spät reagiert und der Typ war schon weit hinten im Gegenverkehr.
Was dazu beigetragen hat, dass ich dann doch gefahren bin, war wohl der Schlaf, den ich so gut wie nicht hatte. Als ich mir ausgemalt hatte, dass das die nächsten paar Tage so weitergehen würde, ging mir die Lust endgültig flöten. Zu dritt in einem Zelt in schiefer Lage, war uncool. Dafür können meine Freundinnen nichts, aber in der Nacht wurde mein Platz immer enger. Irgendjemand kotzte, pisste und kackte genau neben unserem Zelt. Ich hab's gerochen. Es wurde bis in den Morgen gegrölt, während alle Anderen schon schliefen. Dann Soundcheck am Morgen. Übelst geil. Nicht.
Mit besserer Startlaune viele dieser Sachen sicher kein Problem gewesen.

Erster und letzter Morgen.

Trotzdem will ich's nächstes Jahr nochmal versuchen. Dann zeitiger, um einen guten (ebenen!) Platz zu bekommen und vielleicht allein oder zu zweit in einem Zelt. Und nächstes Mal den Hut nicht vergessen. Die Hitze und die Sonne waren erschlagend für jemanden, der Eis besonders gern im Winter isst.

Auf meinem Weg zum Bus, traf ich Leute, die mir sagten 'You're leaving? But hey, you still made it!'. Im Bus unterhielt ich mich mit einem Polen, der nicht weit weg vom Veranstaltungsort wohnte. Er sagte mir das Gleiche und das die Hitze kaum zu ertragen sei. Hahaha!

Am Bahnhof stellte sich mir jemand vor, nachdem er mich gefragt hatte, ob hier der Zug zurück nach Berlin fuhr. Er arbeitete derzeit eigentlich in Norwegen, komme aber ursprünglich aus... war es Pakistan? Bin mir gar nicht so sicher... (es ist schon so lange her, dass ich mich auch gar nicht mehr an die Namen erinnern kann)... zwei weitere Leute gesellten sich dazu. Lustigerweise auch beide aus Norwegen. Auf dem Bahnhof und zurück auf der Fahrt unterhielten wir uns über alles Mögliche. Der Herr aus Pakistan wollte, nachdem er seine Freunde auf dem Woodstock besucht hatte, wieder zurück. Das Wetter war nicht sein Ding. Das Pärchen wollte einen kurzen Abstecher nach Berlin machen, um einen Alkohol-Großeinkauf zu machen. Wodka, Likör, etc. Da die beiden nur eine Kreditkarte dabei hatten, legte ich für die Fahrt zurück aus. Hätte ich nicht bei jedem gemacht, aber die drei waren echt cool drauf. Zum Abschied umarmten wir uns und wünschten uns viel Spaß und Glück.

So blöd das für die ein oder andere Person klingt, aber manche Momente waren all den Stress wert. ♥

1 Kommentar:

  1. Oh klingt wirklich sehr stressig ._. aber Festivals sind auch echt nichts für mich, kann ich gut nachvollziehen.... bin zu alt zum Zelten XD aber freut mich, dass du auch schöne Momente hattest <3

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